11/02/2026
In all den Jahren meiner Tätigkeit als Familienanwältin hatte ich immer wieder das Gefühl, dass es Paare gibt, zu denen das bestehende System einfach nicht passt – dass sie eigentlich etwas anderes brauchen.
Als Anwältin bin ich verpflichtet, die Interessen meiner Mandantinnen und Mandanten einseitig und eindeutig zu vertreten. Doch so oft habe ich erlebt, wie meine Bemühungen um ein friedliches Auseinandergehen und den Schutz der Kinder ins Leere liefen.
Das Rechtssystem belohnt Streit – nicht Frieden – und genau das verstärkt häufig die Ängste, mit denen Paare ohnehin zu kämpfen haben: Angst vor Konflikten, vor finanziellen Unsicherheiten und ganz besonders die tiefe Angst, die eigenen Kinder zu verlieren.
In der juristischen Beratung sieht es dann meist so aus: Ich erkläre, wie es friedlich gehen könnte, muss aber gleichzeitig den „Worst Case“ erläutern. Und genau dieser zweite Teil schürt die vorhandenen Ängste oft noch mehr. Dabei habe ich immer gespürt: Es kann auch anders gehen.
Als ich Barbara Biella vor über zwei Jahren kennenlernte, öffnete sich mir ein neuer Weg. In ihrem Seminar „Beyond Communication“ durfte ich erleben, wie eine andere Sprache, eine andere innere Haltung und eine andere Form der Begegnung Konflikten eine völlig neue Richtung geben können.
Barbara ist seit vielen Jahren als Aufstellerin und Coach tätig und begleitet Menschen und Paare durch Krisen und Veränderungsprozesse. Sie führt ihre Aufstellungen mit einer großen Klarheit und Geradlinigkeit, gleichzeitig mit viel Bewusstsein, Empathie und Verantwortungsgefühl. In jeder Aufstellungsarbeit spürt man ihre Umsicht: Sie hält den Raum, führt sicher durch emotionale Prozesse und achtet darauf, dass jede Person sich gesehen, ernst genommen und gut begleitet fühlt.
Durch Barbaras Aufstellungsarbeit wurde mir noch deutlicher, wie wichtig es ist, zu verstehen, wo die eigentlichen Ursachen von Konflikten liegen: in unseren Herkunftsfamilien, in vererbten Mustern, in nicht gesehenen Geschichten über Generationen hinweg.
So wuchs in mir die Idee, ihre Arbeit mit meiner juristischen Tätigkeit zu verbinden – und daraus ist nun unser gemeinsames Seminar „Trennung in Frieden – verantwortungsvoll auseinandergehen“ entstanden.
In diesem Seminar schaffen wir einen geschützten Raum für Paare, die an einem Wendepunkt stehen:
• Paare, die über Trennung nachdenken
• Paare, die mitten im Trennungsprozess sind
• Paare, die sich bereits getrennt haben und dennoch miteinander verbunden bleiben wollen (vor allem als Eltern).
Mein Part wird es sein, verständlich zu machen, wie das rechtliche System funktioniert – und vor allem zu zeigen, wie wenig Gerichte, Anwälte und Notare oft tatsächlich gebraucht werden, wenn Paare bereit sind, Verantwortung für sich selbst und für einander zu übernehmen.
Es gibt viele Möglichkeiten, jenseits des Systems für sich und seine Kinder eine Art geschützte Enklave zu gestalten, in der Respekt, Klarheit und ein liebevoller Umgang miteinander möglich bleiben.
Barbara wird mit ihrer systemischen Aufstellungsarbeit einen Rahmen eröffnen, in dem sichtbar werden darf, was unter der Oberfläche wirkt: alte Verletzungen, Loyalitäten, Glaubenssätze und Bindungsmuster. So entsteht Raum für innere Ordnung, für bewusste Entscheidungen und für einen Abschied, der nicht zerstört, sondern für eine neue Zukunft wandelt.
Für mich ist das Friedensarbeit, die ich mir immer gewünscht habe.
Wenn es gelingt, dass Paare sich bewusster trennen, Verantwortung übernehmen und Kindern zeigen, dass ihre Liebe zu Mutter und Vater bleiben darf und die Liebe der Eltern zu ihnen selbstverständlich auf ewig bleiben wird, auch wenn die Beziehung der Eltern sich verändert, dann kann daraus Heilung entstehen.
Das ist der Sinn und das Ziel dieses Seminars.
Ich freue mich sehr, an diesem Angebot mitwirken zu dürfen – und ich hoffe, dass es genau die Menschen erreicht, die gemeint sind: Menschen, die verstanden haben und spüren, dass es andere Wege geben muss, die diese Wege für sich und ihre Familie wollen und sich eine Trennung in Frieden wünschen. 🌿
Dieses Tagesseminar richtet sich an Paare, die sich trennen möchten und spüren: Wir wollen nicht gegeneinander, sondern in Verantwortung auseinandergehen – für uns selbst, füreinander und insbesondere für unsere Kinder.