Ira Kröswang - Württ. Notariatsassessorin

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11/06/2026

Das ist ein typischer Erbfall-Schock: Man will aufräumen und setzt Handy oder Laptop zurück, weil es sich falsch anfühlt, weiter reinzuschauen. Danach fehlen plötzlich die wichtigsten Zugänge: E-Mail, Banking, PayPal, Ratenkäufe, Vertragsbestätigungen.

Und damit verschwindet oft genau das, was Sie im Erbfall am dringendsten brauchen: Übersicht.

Ihr 5-Schritte-Plan, bevor Sie Geräte anfassen:

1️⃣ Nichts zurücksetzen, nichts löschen, nichts bereinigen. Erst Überblick, dann Entscheidungen.

2️⃣ E-Mail als Hauptschlüssel behandeln. Wenn Sie eine Adresse kennen, suchen Sie dort gezielt nach „Rechnung“, „Mahnung“, „PayPal“, „Klarna“, „Abo“.

3️⃣ Kontoauszüge als Spur nutzen. Sie finden Anbieter oft über Abbuchungen, auch wenn Zugänge fehlen.

4️⃣ Anbieter schriftlich kontaktieren: Unterlagenliste anfordern, Bestätigung sichern. Keine Telefondebatten, keine Zusagen.

5️⃣ Alles dokumentieren: Liste mit Anbieter, Betrag, Frist, Status, Beleg. Das verhindert Chaos, besonders bei Erbengemeinschaften.

Häufige Fehler: Gerät zurücksetzen, Passwörter ändern ohne Plan, nur Briefkasten prüfen, aus Druck sofort zahlen, keine Übersicht führen.

Merksatz: Im Erbfall ist ein Gerät kein Technikthema. Es ist ein Nachweis-Thema.

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10/06/2026

Im Erbfall gibt es einen Brief, den viele aus Überforderung nicht öffnen: Post vom Gericht. Erst wirkt es wie „Papierkram“. Dann wird es plötzlich ernst, weil Fristen laufen, auch wenn man innerlich noch gar nicht handlungsfähig ist.

Ein häufiger Verlauf: Mahnbescheid wird nicht beachtet. Später kommt der Vollstreckungsbescheid. Und dann wird es unnötig schwer, obwohl man früher noch Spielraum gehabt hätte.

Ihr 5-Schritte-Plan bei Gerichtspost nach einem Todesfall:
1️⃣ Brief sofort öffnen und Datum notieren.
Nicht diskutieren, nur sichern: Eingangstag und Frist in den Kalender.

2️⃣ Dokumenttyp prüfen.
Mahnbescheid, Vollstreckungsbescheid oder etwas anderes? Das entscheidet, was möglich ist.

3️⃣ Nichts vorschnell zahlen oder unterschreiben.
Erst klären, worauf sich die Forderung bezieht und ob sie den Nachlass betrifft.

4️⃣ Schriftlich Unterlagen anfordern.
Gläubiger, Forderungsgrund, Zeitraum, Aufstellung. Keine Telefondebatten.

5️⃣ Alles dokumentieren.
Ordner anlegen: Schreiben, Notizen, Belege, Antworten, Fristen. Das schützt besonders bei mehreren Erben.

Häufige Fehler: Brief liegen lassen, Fristen verpassen, aus Druck zahlen, nur telefonieren, keine Belege sichern.
Merksatz: Gerichtspost ist kein Gefühlsthema. Es ist ein Ablauf mit Fristen.

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09/06/2026

Das passiert häufiger, als man denkt: Nach einem Todesfall will man Ordnung schaffen. Papierkram, Umschläge, alte Ordner. Und genau dabei verschwindet manchmal das wichtigste Dokument. Nicht aus Absicht, sondern aus Überforderung.

Wenn ein Testament existiert, gehört es zum Nachlassgericht. Es einfach „liegen lassen“ oder versehentlich entsorgen kann später riesige Probleme auslösen.

Ihr 5-Schritte-Plan, bevor Sie irgendetwas wegwerfen:
1️⃣ Erst sichern, dann sortieren.
Alles, was nach „Testament“, „Verfügung“, „Notar“, „Erbvertrag“ aussieht, kommt in eine eigene Mappe.

2️⃣ Nichts markieren, nichts ergänzen.
So lassen, wie es gefunden wurde.

3️⃣ Fund kurz dokumentieren.
Datum und Fundort notieren, ein Foto vom Umschlag reicht.

4️⃣ Abgabe beim Nachlassgericht organisieren.
Und sich die Abgabe bestätigen lassen. Das schützt vor späteren Vorwürfen.

5️⃣ Erst danach räumen.
Wenn das wichtigste Dokument gesichert ist, wird alles andere leichter.

Häufige Fehler: in Hektik entsorgen, Umschläge ungeöffnet wegwerfen, nur im Familienkreis „erst mal klären“, keine Bestätigung der Abgabe.
Merksatz: Im Erbfall ist der Papierkorb oft der gefährlichste Ort.

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07/06/2026

Die meisten Geldlecks im Erbfall sind nicht laut. Sie laufen leise im Hintergrund weiter. Und genau deshalb ist diese Mini-Aktion so wertvoll: zwei Screenshots, zwei Minuten, viel weniger Stress.

Ihr 5-Schritte-Plan:
1️⃣ Screenshot 1: Daueraufträge.
Alles, was automatisch rausgeht, einmal sichern.

2️⃣ Screenshot 2: Lastschriften.
Hier verstecken sich die typischen „läuft einfach weiter“-Kosten.

3️⃣ Markieren: muss weiterlaufen vs. kann gestoppt werden.
Zum Beispiel Miete/Hausgeld/Versorger je nach Situation. Alles andere bekommt ein Fragezeichen.

4️⃣ Dann erst schriftlich stoppen oder umstellen.
Immer mit Bestätigung, damit es im nächsten Monat nicht wieder passiert.

5️⃣ Nachkontrolle im Folgemonat.
Einmal prüfen, ob wirklich nichts mehr abgebucht wurde. Wenn doch: reklamieren und Belege beifügen.

Häufige Fehler: nur den Kontostand anschauen, Daueraufträge vergessen, nur telefonieren, keine Bestätigungen sichern, erst nach Monaten merken, dass es weiterläuft.
Merksatz: Kontostand ist ein Moment. Daueraufträge und Lastschriften sind das echte Risiko.

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06/06/2026

Der Impuls ist menschlich: Sie stehen in der Wohnung, wollen nur schnell ein paar persönliche Dinge sichern und wieder gehen. Genau hier wird es im Erbfall heikel. Bestimmte Handlungen können so wirken, als hätten Sie die Erbschaft bereits angenommen, obwohl Sie vielleicht noch prüfen oder sogar ausschlagen wollten.

Damit Sie sich diesen Spielraum nicht nehmen:

Ihr 5-Schritte-Plan, bevor Sie etwas mitnehmen:

1️⃣ Erst dokumentieren.
Machen Sie kurze Fotos vom Zustand und von dem, was Sie sichern wollen. Das schützt später vor Diskussionen.

2️⃣ Nur sichern, nicht verwerten.
Wichtige Unterlagen, Medikamente, Schlüssel, offensichtliche Wertsachen zur sicheren Verwahrung sind etwas anderes als „mitnehmen und behalten“. Vermeiden Sie alles, was wie Verteilen oder Verwerten aussieht.

3️⃣ Nichts verkaufen, verschenken oder endgültig aufteilen.
Keine Kleinanzeigen, kein „nimm du die Uhr“, kein „ich behalte das“. Das sind typische Auslöser für Streit und rechtliche Probleme.

4️⃣ Frist notieren und grob prüfen, ob Schulden im Raum stehen.
Kontoauszüge, Mahnungen, Verträge. Sie brauchen kein perfektes Bild, aber genug, um nicht blind zu handeln.

5️⃣ Wenn Sie unsicher sind: erst klären, dann handeln.
Lieber einmal sauber prüfen lassen, bevor aus einem schnellen Griff in die Schublade eine Entscheidung wird, die man nicht mehr zurückdrehen kann.

Häufige Fehler: Dinge „zur Erinnerung“ einfach mitnehmen, Wertsachen verteilen, etwas verkaufen, ohne Belege handeln, Fristen ignorieren, privat zahlen, um Ruhe zu haben.

Merksatz: Im Erbfall ist „kurz aufräumen“ oft schon eine Handlung mit Wirkung.

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05/06/2026

Viele Erbstreitigkeiten beginnen nicht mit dem Testament, sondern mit einem Satz: „Da war doch mehr auf dem Konto.“ Und genau deshalb ist ein Detail so wichtig, dass es fast niemand macht: Sichern Sie den Kontostand am Todestag.

Ihr 5-Schritte-Plan:

1️⃣ Kontostand am Todestag sichern.
Screenshot oder PDF, mit Datum.

2️⃣ Alle Konten einmal auflisten.
Giro, Tagesgeld, Kreditkarte, PayPal. Nur Namen und Bank reichen.

3️⃣ In einen Ordner ablegen.
„Nachlass – Kontoübersicht“. Damit es später auffindbar ist.

4️⃣ Bewegungen danach getrennt dokumentieren.
Was wurde bezahlt und warum? Ein Satz + Belegfoto reicht.

5️⃣ Bei mehreren Erben: Transparenz sofort herstellen.
Ein gemeinsamer Ordner und eine gemeinsame Liste verhindern Misstrauen.

Häufige Fehler: nur den aktuellen Kontostand anschauen, Screenshots nicht ablegen, Zahlungen ohne Zweck und Beleg, jeder hat andere Zahlen im Kopf.
Merksatz: Der Todestag ist der Stichtag. Ohne Beleg wird es später emotional.

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04/06/2026

Manchmal ist der Erbfall schon eskaliert, bevor Sie überhaupt alles sortiert haben. Wenn Mietrückstände da waren, kann es sein, dass ein Verfahren bereits läuft und plötzlich ein Termin im Raum steht.

Damit Sie nicht aus Schock falsch reagieren:

Ihr 5-Schritte-Plan:
1️⃣ Schreiben sichern, Frist und Datum notieren.
2️⃣ Nichts unterschreiben, nichts am Telefon zusagen. Alles schriftlich.
3️⃣ Unterlagen bündeln: Mietvertrag, bisherige Post, Zahlungsnachweise, Sterbeurkunde.
4️⃣ Vermieter schriftlich kontaktieren und um Klärung bitten, welche Schritte jetzt konkret anstehen.
5️⃣ Alles dokumentieren: wer wurde wann informiert, was wurde bestätigt, was ist der nächste Termin.

Häufige Fehler: weglegen, nur telefonieren, aus Panik zahlen, ohne Übersicht handeln.
Merksatz: Gerichtspost ist kein Drama. Sie ist ein Ablauf mit Fristen.

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02/06/2026

Der erste Hinweis ist oft ein unscheinbarer Brief: „Grundversorgung“. Viele merken dann nur, dass es teurer wird. Und übersehen den eigentlichen Punkt: Nach einem Todesfall laufen Versorgerverträge nicht einfach „sauber weiter“. Gerade wenn eine Wohnung leer steht, kann die Versorgung umgestellt werden und die Kosten steigen, obwohl niemand dort lebt.

So behalten Sie die Kontrolle:

Ihr 5-Schritte-Plan:
1️⃣ Zählerstände sofort sichern.
Foto mit Datum. Das ist Ihr Beweis für Abrechnung und Übergabe.

2️⃣ Klären, auf wen der Vertrag läuft.
Wer ist Vertragspartner, welche Kundennummer, welcher Tarif? Nicht raten, nachsehen.

3️⃣ Schriftlich beim Versorger die Unterlagenliste anfordern.
Was brauchen sie für Kündigung, Umstellung oder Beendigung? Bestätigung erbitten.

4️⃣ Grundversorgung aktiv beenden oder auf einen passenden Tarif umstellen.
Nicht warten, bis sich mehrere Monate summieren. Enddatum schriftlich bestätigen lassen.

5️⃣ Im Folgemonat nachkontrollieren.
Wird noch abgebucht? Stimmen Abschläge und Zeitraum? Alles dokumentieren, besonders bei mehreren Erben.

Häufige Fehler: Zählerstände vergessen, nur telefonieren, Grundversorgung laufen lassen, Bestätigungen nicht sichern, Abbuchungen nicht nachprüfen.
Merksatz: Im Erbfall werden Verträge nicht automatisch günstiger. Sie müssen sie aktiv steuern.

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01/06/2026

Der Anruf kommt oft an einem Wochenende: „Bei Ihnen tropft es durch die Decke.“ Und plötzlich ist der Erbfall nicht mehr Papier, sondern ein echter Schaden. In leerstehenden Wohnungen reichen Stunden, damit aus einem kleinen Leck eine große Baustelle wird.

Damit Sie in so einer Situation handlungsfähig bleiben:

Ihr 5-Schritte-Plan bei Wasserschaden in einer leerstehenden Wohnung:

1️⃣ Sofort sichern.
Wasser abstellen, wenn möglich Strom in den betroffenen Bereichen sichern. Dann erst weiterdenken.

2️⃣ Alles fotografieren.
Schadenstelle, betroffene Räume, Zählerstände. Datum notieren. Sie brauchen später Fakten.

3️⃣ Hausverwaltung und Versicherung schriftlich informieren.
Kurz, sachlich, mit Fotos. Bitten Sie um Bestätigung und das weitere Vorgehen.

4️⃣ Handwerker nur mit Dokumentation.
Wer war wann da, was wurde gemacht, welche Kosten entstehen. Rechnungen und Protokolle ablegen.

5️⃣ Kontrollrhythmus festlegen.
Wer prüft die Wohnung in den nächsten Wochen regelmäßig? Ein klarer Plan verhindert Folgeschäden und Streit.

Häufige Fehler: zu spät reagieren, keine Fotos, nur telefonieren, Rechnungen nicht sammeln, niemand ist zuständig.

Merksatz: Erst stoppen, dann dokumentieren, dann melden.

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31/05/2026

Viele Angehörige übernehmen nach dem Todesfall automatisch: Miete läuft weiter, wir kümmern uns später. Und genau so zahlen manche mehrere Monate, obwohl es schneller gegangen wäre.

Wenn eine Mietwohnung betroffen ist, lohnt sich ein nüchterner Blick auf den Vertrag und die Kündigungsmöglichkeiten, bevor Sie einfach weiterlaufen lassen.

Ihr 5-Schritte-Plan:
1️⃣ Mietvertrag sofort prüfen.
Kündigungsfristen, Regelungen bei Tod, Renovierung, Übergabe. Ein Foto reicht, Hauptsache auffindbar.

2️⃣ Klären, wer in der Wohnung lebt oder weiter wohnen will.
Das entscheidet, ob kündigen überhaupt sinnvoll ist oder ob eine Fortsetzung im Raum steht.

3️⃣ Kündigung immer schriftlich und nachweisbar.
Bitten Sie zusätzlich um schriftliche Bestätigung des Vertragsendes und des Übergabetermins.

4️⃣ Übergabe vorbereiten, bevor Sie räumen.
Zustand fotografieren, Zählerstände sichern, Protokoll nutzen. Das schützt bei späteren Forderungen.

5️⃣ Kaution und Nebenkosten direkt mitdenken.
Kautionshöhe, Zahlungsnachweis, Abrechnungszeitraum. Alles in einen Ordner, damit später nichts untergeht.

Häufige Fehler: Miete „einfach laufen lassen“, nur telefonieren, Kündigung ohne Nachweis, Übergabe ohne Fotos, Kaution/Nebenkosten nicht im Blick.
Merksatz: Bei Mietwohnungen kostet Abwarten oft Geld.

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Adresse

Im Benzfeld 49
Schwäbisch Gmünd
73527

Öffnungszeiten

Montag 09:00 - 12:30
14:00 - 16:00
Dienstag 09:00 - 12:30
14:00 - 16:00
Mittwoch 09:00 - 12:30
Donnerstag 09:00 - 12:30
14:00 - 16:00
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