05/05/2023
Heute in der IZ 18 - 2023 (04.05.2023)
Kaufpreise bleiben stabil
Die meisten Analysten hatten für das erste Quartal 2023 ein weiteres Minus bei den Kaufpreisen für Wohneigentum vorhergesagt. Auswertungen der tatsächlich gezahlten Preise kommen zu dem Ergebnis, dass der Abwärtstrend bereits gestoppt ist.
Der Bewerter Sprengnetter hält ein „Ende der negativen Preisspirale bei Wohneigentum für absehbar“. Nach seinen Analysen – ausgewertet wurden 452.573 Verkäufe mit einer Kaufpreissumme von insgesamt rund 207 Mrd. Euro zwischen 1. Januar 2021 und 31. März 2023 – sind die Wohnungspreise zuletzt im Vergleich zum Vorquartal (viertes Quartal 2022) leicht gestiegen (+1,9%). Die endgültige Trendwende zum nachhaltigen Plus will Sprengnetter-COO Christian Sauerborn aber noch nicht ausrufen. Noch gab es innerhalb des Quartals einige Schwankungen nach oben und unten.
Sprengnetter hat in seiner Analyse auch die Unterschiede zwischen Neubau und Bestand im Vergleich zum Vorquartal herausgearbeitet. Danach sind im Teilmarkt Einfamilienhaus die Preise der Neubauten um -1,5% gefallen, im Teilmarkt Eigentumswohnung (+0,4%) leicht gestiegen. Hingegen haben sich die Preise von Einfamilienhäusern im Bestand nicht verändert, Eigentumswohnungen sind mit +2,4% deutlich teurer geworden. In Summe kommt es bei Eigentumswohnungen (Bestand und Neubau) zu einem Plus von 1,9%.
Die eigene Erwartung einer Marktverschiebung hin zu günstigeren Objekten wegen der gestiegenen Bauzinsen habe sich laut Sprengnetter bewahrheitet: Die Abschlüsse im ersten Quartal 2023 hätten sich „spürbar in den Bereich der weniger teuren Objekte verschoben“. Von den gehandelten Wohnimmobilien entfielen knapp 47% auf Einfamilienhäuser mit Kaufpreisen von unter 400.000 Euro. Im Vorjahresquartal waren es da knapp 40%. Im Segment Eigentumswohnungen wurden rund 54% der Käufe für Objekte unter 300.000 Euro abgeschlossen. Im Vorjahresquartal waren es nur 45%. Der Blick auf die Metropolen ergibt laut Sprengnetter kein einheitliches Bild. In Berlin (+0,9%), Köln (+1,5%) und Hamburg (+2,6%) steht im Vergleich zu Ende 2022 ein Plus. Für die Märkte hat der Bewerter ebenfalls einen Vergleich zum Vorjahresquartal (erstes Quartal 2022) angestellt. Da sei Berlin mit -3,1% noch am stabilsten, gefolgt von Hamburg mit -9,0% und Köln mit -9,4%. Der Markt in München zeige einen starken Preisabfall mit -6,9% im Vergleich zum Vorquartal und -15,9% im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2022.
Der deutschlandweite Vergleich der aktuell tatsächlich gezahlten Kaufpreise mit denjenigen des Vorjahresquartals belegt ziemlich eindeutig den gesamten Preisrückgang im Jahresverlauf. Bei Einfamilienhäusern kommt Sprengnetter auf einen Wert von -7,4%, bei Eigentumswohnungen auf einen Rückgang von -8,7%. Die sehr deutlichen Unterschiede haben auch damit zu tun, dass das erste Quartal 2022 ein besonders hohes Preisniveau hatte. Der Trend nach unten setzte dann erst im zweiten Quartal 2022 ein.
Ob nun wieder ein positiver Preistrend eingeläutet wird, ist nicht gesichert. Gegen die vielfachen Negativprognosen von ungefähr -2% bei Eigentumswohnungen haben sich die Preise im ersten Quartal aber offenbar behauptet. Jutta Ochs