04/08/2026
Bitcoin-Steuerfreiheit vor dem Aus? Was wirklich geplant ist.
Derzeit gilt in Deutschland: Wer Bitcoin oder andere Kryptowährungen länger als ein Jahr privat hält, kann Veräußerungsgewinne grundsätzlich steuerfrei realisieren. Diese sogenannte Haltefrist macht Deutschland im internationalen Vergleich zu einem attraktiven Standort für langfristige Krypto-Investitionen.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil plant nun, diese Regelung zu ändern. Nach den bisher bekannten Eckpunkten sollen Kryptowährungen künftig steuerlich stärker wie Aktien behandelt werden. Das würde bedeuten:
* Gewinne aus dem Verkauf von Bitcoin wären auch nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr steuerpflichtig.
* Gleichzeitig würden Kryptogewinne voraussichtlich unter die Abgeltungsteuer (25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) fallen, statt – wie heute bei Verkäufen innerhalb eines Jahres – mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert zu werden.
Die Diskussion ist kontrovers:
Befürworter argumentieren, die heutige Regelung sei eine steuerliche Sonderbehandlung gegenüber anderen Kapitalanlagen und schaffe eine Ungleichbehandlung.
Kritiker befürchten hingegen:
* einen Wettbewerbsnachteil für den Krypto-Standort Deutschland,
* geringere Anreize für langfristiges Investieren,
* eine mögliche Abwanderung von Anlegern und Unternehmen ins Ausland,
* mehr bürokratischen Aufwand bei der Besteuerung.
Wichtig ist: Noch ist nichts beschlossen. Bislang handelt es sich um einen politischen Vorschlag bzw. einen Kabinettsbeschluss. Bevor die Regelung gelten könnte, müsste sie den parlamentarischen Gesetzgebungsprozess durchlaufen und vom Bundestag verabschiedet werden.