28/06/2025
Ein Gewerkschaftsfunktionär der GdP sieht rot
Der Polizeibeamte Thomas Mohr, seines Zeichens GdP Vorsitzender in Mannheim, blamiert sich und „seine“ Gewerkschaft. Ausgangspunkt war ein Interview einer Verteidigerin im Nachgang zu einer Strafsache, bei der zwei Polizeibeamte augenscheinlich in der Hauptverhandlung als Zeugen falsche Angaben gemacht hatten und das Gericht in Folge dessen die Akten zur weiteren Verfolgung dieses Umstandes an die Staatsanwaltschaft gab zur Klärung der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens. Im Interview kam es nun zu der Aussage, dass aus subjektiver Sicht Verfahren gegen Polizeibeamten durch die Ermittlungsbehörden eher zurückhaltend bearbeitet werden.
Herr Mohr hat dieses Interview offenkundig nicht oder nur quer gelesen und behauptet nun in zahlreichen Posts auf facebook, instagram, linkedin usw., die Kollegin habe in dem Interview behauptet, Polizeibeamte würden vor Gericht systematisch lügen. Zugleich nimmt er diese falsche Behauptung zum Anlass zu einem Rundumschlag gegen Verteidigung, wenn diese öffentlich erklärt, es empfehle sich, gegenüber der Polizei keine Angaben zu machen.
Nachdem Herr Mohr zunächst viel und teilweise inhaltlich üblen Zuspruch von seinen Claqueuren erhielt, gab es nach und nach Widerspruch, nicht nur von anwaltlicher Seite. Dazu gehörte auch der Hinweis, dass die Behauptung, Polizeibeamte würden systematisch vor Gericht lügen, niemals gefallen ist und seine Darstellung ihrerseits eine Lüge darstellt.
Insbesondere auf linkedin folgte eine sehr sachliche Kommentierung dazu, nicht nur von VerteidigerInnen sondern auch aus anderen Kreisen der Justiz, die Herrn Mohr und seine falschen Darstellungen kritisierte. Als Reaktion hierauf löschte dieser Polizeibeamte und Gewerkschaftsfunktionär nicht etwa seine falschen Posts sondern blockierte seine KritikerInnen und löschte deren Kommentare.
Gleichzeitig postet er ein ausdrücklich als Satire bezeichnetes Bild einer Werbetafel mit dem Spruch: „Augen auf bei der Anwaltswahl – Seien Sie misstrauisch bei Sonderhonorarforderungen – Kontaktieren Sie Anwälte, denen Sie vertrauen“, ein typischer Whataboutismus, der den Blick auf wirtschaftliche Umstände lenkt, ohne Erkenntnis der Ironie, dass Mohr lügt, um die falsche Behauptung der Lüge zu manifestieren.
Kann dieser Mann ernsthaft die ganz überwiegend unter schwierigen Bedingungen sehr seriös und korrekt arbeitenden PolizeibeamtInnen nach außen vertreten? Fügt er deren Ansehen nicht immensen Schaden zu ?
Holt Euch Popcorn und wartet auf weitere Berichte.