Rechtsanwaltskanzlei Kotz

Rechtsanwaltskanzlei Kotz Unsere Kernkompetenzen liegen bei unseren Fachanwaltschaften für Arbeitsrecht, Verkehrsrecht und Versicherungsrecht. Wir sorgen für Ihr gutes Recht.
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Als etablierte und renommierte Rechtsanwaltskanzlei mit Sitz in Kreuztal bieten wir Ihnen anwaltliche Beratung und Prozessvertretung in nahezu allen Rechtsbereichen und bundesweit. Unsere traditionsreiche & langjährig eingesessene Kanzlei, mit Sitz im Herzen von Kreuztal bei Siegen, steht Ihnen mit einem breiten Spektrum an Kompetenzen seit 1983 zur Verfügung. Weiterhin ist Herr Dr. Christian Kotz

als Notar mit Amtssitz in Kreuztal bestellt. Wir beraten Sie in allen rechtlichen Fragen in unseren Kanzleiräumen in Kreuztal oder bei Ihnen vor Ort. Dazu bieten wir unseren Mandanten eine flexible orts- und zeitunabhängige Beratung über das Internet. Unser Schwerpunkt liegt bei einer mandantenorientierten Beratung und einer vertrauensvolle Zusammenarbeit.

🔖 ONLINE-BANKING: WENN BESTSIGN ZUR HAFTUNGSFALLE WIRDDas Oberlandesgericht Frankfurt hat in einem aktuellen Urteil (Az....
08/08/2026

🔖 ONLINE-BANKING: WENN BESTSIGN ZUR HAFTUNGSFALLE WIRD

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat in einem aktuellen Urteil (Az. 23 U 71/25) klargestellt, dass Bankkunden bei Betrugsfällen nicht automatisch einen Anspruch auf Erstattung haben. Im vorliegenden Fall verlor ein Kunde über 5.300 Euro durch unbefugte Google-Pay-Abbuchungen, doch die Bank verweigerte die Rückzahlung. Da die Transaktionen über das gesicherte „BestSign“-Verfahren freigegeben worden waren, werteten die Richter dies als Beweis für eine Autorisierung oder zumindest für ein grob fahrlässiges Verhalten des Kontoinhabers.

Der rechtliche Kernpunkt liegt im sogenannten Anscheinsbeweis: Wenn eine Bank nachweisen kann, dass ein Sicherheitssystem technisch fehlerfrei funktioniert hat und die Freigabe über ein registriertes Gerät erfolgte, wird vermutet, dass der Kunde die Zahlung selbst bestätigt hat. Allgemeine Einwände, man sei Opfer eines Phishing-Angriffs geworden oder die Zahlungen seien untypischerweise aus dem Ausland erfolgt, reichen nach Ansicht der Richter nicht aus, um diesen Anschein zu entkräften. Ohne konkrete Gegenbeweise für eine Systemstörung bleibt der Kunde auf dem Schaden sitzen.

Diese Entscheidung hat erhebliche praktische Auswirkungen für alle Nutzer von Online-Banking-Apps. Sie unterstreicht, dass jede Freigabeaufforderung auf dem Smartphone mit höchster Vorsicht behandelt werden muss. Es reicht nicht aus, sich im Schadensfall auf die Unkenntnis der Transaktionen zu berufen; vielmehr müssen Betroffene detailliert darlegen können, warum die Dokumentation der Bank fehlerhaft sein könnte oder wie Dritte trotz aller Sicherheitsvorkehrungen Zugriff erhalten haben.

Sollten Sie von unberechtigten Abbuchungen betroffen sein, ist eine schnelle und fundierte Prüfung der technischen Protokolle entscheidend für den Erfolg einer Rückforderung. Falls Sie unsicher über Ihre rechtliche Position gegenüber Ihrem Kreditinstitut sind, besteht die Möglichkeit, eine unverbindliche rechtliche Ersteinschätzung für Ihren individuellen Fall anzufordern.

Phishing-Angriff: Für sechs Google-Pay-Abbuchungen über 5.343 Euro gab es wegen dokumentierter BestSign-Freigaben keine Erstattung. Gegenbeweise können helfen.

🔖 WÄRMEPUMPEN-LÄRM: WANN NACHBARN DAS BRUMMEN DULDEN MÜSSENDas Landgericht Bielefeld hat entschieden, dass nächtliche Br...
07/08/2026

🔖 WÄRMEPUMPEN-LÄRM: WANN NACHBARN DAS BRUMMEN DULDEN MÜSSEN

Das Landgericht Bielefeld hat entschieden, dass nächtliche Brummtöne einer Wärmepumpe oft als unwesentliche Beeinträchtigung einzustufen sind und somit hingenommen werden müssen. Im vorliegenden Fall scheiterte eine Klage auf Unterlassung, da die objektiven Messwerte die gesetzlichen Richtwerte der TA Lärm und der relevanten DIN-Normen deutlich unterschritten.

Für die rechtliche Bewertung ist nicht das subjektive Empfinden oder eine besondere persönliche Empfindlichkeit entscheidend, sondern der Maßstab eines verständigen Durchschnittsmenschen. Solange technische Grenzwerte eingehalten werden und nur minimale Pegelerhöhungen messbar sind, besteht in der Regel kein Anspruch darauf, dass der Nachbar den Betrieb der Anlage nachts einstellt – selbst wenn gesundheitliche Vorbelastungen wie Tinnitus oder Schlafstörungen angeführt werden.

Die Praxisrelevanz dieses Urteils ist hoch: Vor kostspieligen rechtlichen Schritten sollten Betroffene stets eine fachgerechte Messung veranlassen. Ein bloßes ärztliches Attest reicht meist nicht aus, um eine wesentliche Beeinträchtigung nachzuweisen, wenn die Anlage technisch korrekt installiert ist und innerhalb der zulässigen Lärmschutzgrenzen arbeitet.

Falls Sie mit ähnlichen Geräuschimmissionen in Ihrer Nachbarschaft konfrontiert sind oder Fragen zur Zulässigkeit einer Anlage haben, kann eine rechtliche Ersteinschätzung Ihrer individuellen Situation sinnvoll sein.

Nächtliche Brummtöne einer Wärmepumpe begründen ohne wesentliche Beeinträchtigung keinen Unterlassungsanspruch. Entscheidend sind TA Lärm und DIN 45680.

🔖 FALSCHE WOHNFLÄCHE IM EXPOSÉ: MAKLER HAFTEN NICHT AUTOMATISCHDas Landgericht Düsseldorf hat entschieden, dass ein Immo...
06/08/2026

🔖 FALSCHE WOHNFLÄCHE IM EXPOSÉ: MAKLER HAFTEN NICHT AUTOMATISCH

Das Landgericht Düsseldorf hat entschieden, dass ein Immobilienmakler nicht für unrichtige Wohnflächenangaben im Exposé haftet, wenn er sich auf die Informationen der Verkäuferseite verlassen durfte. Im vorliegenden Fall wies die Immobilie tatsächlich nur 117 m² statt der beworbenen 150 m² auf, da der Ausbau des Dachgeschosses baurechtlich nicht als Wohnraum genehmigt war. Dennoch wurde die Klage des Käufers auf Schadensersatz und Rückzahlung der Provision abgewiesen.

Für Käufer und Makler bedeutet dies eine wichtige Klarstellung: Ein Makler ist grundsätzlich nicht verpflichtet, die Angaben des Verkäufers eigenständig beim Bauamt zu überprüfen, sofern diese plausibel erscheinen. Solange der Makler die Informationen sorgfältig einholt und keine offensichtlichen Zweifel an der Richtigkeit bestehen, darf er auf die Auskünfte des Eigentümers vertrauen. Eine Haftung tritt erst dann ein, wenn der Makler eigene Zusicherungen ohne Tatsachengrundlage macht oder grobe Widersprüche ignoriert.

Entscheidend für das Urteil war, dass dem Makler Unterlagen wie handschriftliche Berechnungen vorlagen und das Dachgeschoss optisch wie ein vollwertiger Wohnraum ausgestattet war. Da keine schwerwiegende Treuepflichtverletzung vorlag, blieb auch der Provisionsanspruch bestehen. Das Urteil unterstreicht, dass Käufer die baurechtliche Situation im Zweifel selbst prüfen müssen, bevor sie einen Kaufvertrag unterzeichnen.

Falls Sie mit einer ähnlichen Abweichung bei der Wohnfläche konfrontiert sind oder Zweifel an der Haftung Ihres Maklers haben, empfiehlt sich eine genaue Prüfung des Exposés und der Vertragshistorie. Für eine fundierte Bewertung Ihrer individuellen Situation kann eine rechtliche Ersteinschätzung angefordert werden.

150 statt 117 m² im Exposé: Kein Schadensersatz vom Makler und keine Rückzahlung der Maklercourtage. Entscheidend war, dass der Fehler nicht erkennbar war.

🔖 WOHNUNGSEINBRUCH: WARUM EINE UNVERSCHLOSSENE TÜR DEN UNTERSCHIED MACHTDas Landgericht Münster hat in einem aktuellen U...
06/08/2026

🔖 WOHNUNGSEINBRUCH: WARUM EINE UNVERSCHLOSSENE TÜR DEN UNTERSCHIED MACHT

Das Landgericht Münster hat in einem aktuellen Urteil klargestellt, dass das bloße Betreten eines Hauses durch eine unverschlossene Kellertür rechtlich nicht als schwerer Wohnungseinbruchsdiebstahl gewertet werden kann. Da in diesem konkreten Fall kein gewaltsames Eindringen oder Überwinden eines Hindernisses nachweisbar war, erfolgte die Verurteilung lediglich wegen Diebstahls im besonders schweren Fall – eine Einstufung, die für die Angeklagten einen deutlichen Unterschied im Strafmaß bedeutet.

Für die rechtliche Bewertung ist dieses Detail entscheidend: Während ein Wohnungseinbruch in eine dauerhaft genutzte Privatwohnung eine Mindeststrafe von einem Jahr nach sich zieht, eröffnet die Einstufung als Diebstahl spürbar mildere Strafrahmen. Das Urteil verdeutlicht zudem die Risiken für Helfer und Fahrer: Wer in die Planung einbezogen ist oder ein eigenes Interesse am Taterfolg zeigt, wird schnell als Mittäter bestraft und haftet unter Umständen gesamtschuldnerisch für den Wert der gesamten Beute.

In der Praxis zeigt sich immer wieder, wie wichtig die präzise Analyse von Spurenbildern und digitalen Beweisen wie GPS- oder Standortdaten ist. Nur eine saubere Abgrenzung zwischen Mittäterschaft und Beihilfe sowie die genaue Prüfung der Einbruchsart können davor schützen, dass eine Tat rechtlich schwerer gewichtet wird, als es die tatsächlichen Umstände rechtfertigen.

Angesichts der weitreichenden Konsequenzen und der drohenden finanziellen Abschöpfung von Taterträgen ist eine detaillierte Prüfung des Einzelfalls unerlässlich. Betroffene Personen haben die Möglichkeit, eine fundierte rechtliche Ersteinschätzung zu ihrer Situation anzufordern.

Einbruchserie: Mehrjährige Freiheitsstrafen und Einziehungen. In Fall 7 führte die unverschlossene Kellertür nur zu Diebstahl im besonders schweren Fall.

🔖 AMAZON PRIME URTEIL: WERBUNG BLEIBT – SAMMELKLAGE GESCHEITERT!Das Bayerische Oberste Landesgericht hat die großangeleg...
04/08/2026

🔖 AMAZON PRIME URTEIL: WERBUNG BLEIBT – SAMMELKLAGE GESCHEITERT!

Das Bayerische Oberste Landesgericht hat die großangelegte Sammelklage gegen Amazon Prime vollständig abgewiesen. Damit erhalten die rund 180.000 Teilnehmer vorerst keine Rückerstattungen für die Einführung von Werbeunterbrechungen, Qualitätsminderungen oder den Wegfall von Zusatzfunktionen wie der „Watch Party“.

Der rechtliche Kernpunkt: Das Gericht stellte fest, dass die Nutzungsbedingungen keine ausdrückliche Garantie für dauerhafte Werbefreiheit oder bestimmte technische Standards enthielten. Eine jahrelange werbefreie Praxis allein begründet laut dem Urteil keinen dauerhaften vertraglichen Anspruch, sofern dies nicht explizit schriftlich im Kleingedruckten festgehalten wurde.

Für Abonnenten bedeutet dies eine erhebliche Hürde bei der Durchsetzung von Rechten gegen einseitige Leistungsänderungen durch Streaming-Anbieter. Da das Urteil zeigt, dass vertragliche Details schwerer wiegen als das gewohnte Nutzungserlebnis, bleibt im Falle von Unzufriedenheit oft nur die reguläre Kündigung als Konsequenz.

Falls Unklarheiten über individuelle Vertragsansprüche bestehen oder eine persönliche Analyse der Erfolgsaussichten benötigt wird, kann eine rechtliche Ersteinschätzung angefordert werden.

Klage gegen Amazon Prime abgewiesen: Unterbrecherwerbung und weniger Bildqualität sind zulässig. Prime-Abonnenten erhalten keine Erstattung.

🔖 CANNABIS-ANBAU: WARUM DIE KCanG-ERLAUBNIS ALLEIN NICHT AUSREICHTDas Verwaltungsgericht Hamburg hat in einer aktuellen ...
04/08/2026

🔖 CANNABIS-ANBAU: WARUM DIE KCanG-ERLAUBNIS ALLEIN NICHT AUSREICHT

Das Verwaltungsgericht Hamburg hat in einer aktuellen Entscheidung klargestellt, dass Cannabis-Anbauvereinigungen für ihren Betrieb zwingend eine baurechtliche Genehmigung benötigen. Eine Erlaubnis nach dem Konsumcannabisgesetz (KCanG) allein reicht nicht aus, um bestehende Gewächshäuser oder Gebäude für den Vereinsanbau zu nutzen. Da die Nutzung durch einen Verein rechtlich anders bewertet wird als ein klassischer Gartenbaubetrieb, liegt eine genehmigungspflichtige Nutzungsänderung vor.

Die praktische Relevanz dieser Entscheidung ist für Vereinsgründer erheblich: Da Anbauvereinigungen nicht als gewerbliche Gartenbaubetriebe eingestuft werden, entfallen wichtige Privilegien für Bauvorhaben im Außenbereich. Fehlende Genehmigungen bei Themen wie Lärm- und Geruchsschutz, Stellplätzen oder den strengen Sicherheitsvorgaben des KCanG können zu einer sofortigen Nutzungsuntersagung führen. Dies bedeutet im Ernstfall den sofortigen Stopp des Anbaus und den Verlust bereits getätigter Investitionen.

Bevor Sie langfristige Pachtverträge unterzeichnen oder hohe Summen in die technische Umrüstung von Anlagen investieren, sollte die baurechtliche Zulässigkeit des Standorts zweifelsfrei geklärt sein. Um rechtliche Risiken frühzeitig zu minimieren und Ihren Standort abzusichern, können Sie jederzeit eine professionelle rechtliche Ersteinschätzung anfordern.

KCanG-Erlaubnis ersetzt keine Baugenehmigung: Eine Anbauvereinigung darf in Gewächshäusern ohne Nutzungsänderung nicht anbauen. Wann droht der sofortige

🔖 ACHTUNG ANBAUVEREINIGUNGEN: DIE KCANG-ERLAUBNIS ALLEIN REICHT NICHT!Wer eine Cannabis-Anbauvereinigung gründet, benöti...
04/08/2026

🔖 ACHTUNG ANBAUVEREINIGUNGEN: DIE KCANG-ERLAUBNIS ALLEIN REICHT NICHT!

Wer eine Cannabis-Anbauvereinigung gründet, benötigt mehr als nur die Erlaubnis nach dem Konsumcannabisgesetz (KCanG). Das Verwaltungsgericht Hamburg hat in einem aktuellen Beschluss klargestellt, dass die Nutzung bestehender Gewächshäuser für den gemeinschaftlichen Eigenanbau eine baugenehmigungspflichtige Nutzungsänderung darstellt – selbst wenn dort zuvor jahrelang legal Pflanzen gezüchtet wurden.

Der entscheidende rechtliche Kernpunkt: Eine Anbauvereinigung ist kein gewerblicher Gartenbaubetrieb. Da der Verein nicht gewinnorientiert arbeitet, verliert er baurechtliche Privilegien, die etwa im Außenbereich für Landwirte gelten. Zudem stellen neue Anforderungen an den Immissionsschutz (Geruch und Licht), die Sicherheit sowie der Bedarf an Stellplätzen für bis zu 500 Mitglieder völlig neue Prüfungsfragen für die Bauaufsichtsbehörden dar.

Für die Praxis bedeutet dies ein erhebliches Risiko: Ohne explizite Baugenehmigung für den Vereinsbetrieb droht eine sofortige Nutzungsuntersagung. In einem solchen Fall muss der Anbau unverzüglich gestoppt werden, was zum Verlust teurer Technik und ganzer Ernten führen kann. Investitionen in Standorte ohne gesichertes Baurecht können sich somit schnell als wirtschaftliches Risiko erweisen.

Um böse Überraschungen bei der Standortwahl oder bestehenden Pachtverträgen zu vermeiden, sollten die baurechtlichen Rahmenbedingungen frühzeitig geprüft werden. Gerne können Sie eine unverbindliche rechtliche Ersteinschätzung anfordern, um die Zulässigkeit Ihres Vorhabens professionell klären zu lassen.

KCanG-Erlaubnis ersetzt keine Baugenehmigung: Eine Anbauvereinigung darf in Gewächshäusern ohne Nutzungsänderung nicht anbauen. Wann droht der sofortige

🔖 WINTERDIENST UND FROSTKLAUSELN: WELCHE PFLICHTEN FÜR ERDGESCHOSSMIETER GELTENDas Landgericht Köln hat in einem wegweis...
01/08/2026

🔖 WINTERDIENST UND FROSTKLAUSELN: WELCHE PFLICHTEN FÜR ERDGESCHOSSMIETER GELTEN

Das Landgericht Köln hat in einem wegweisenden Urteil (Az. 1 S 201/12) entschieden, dass Erdgeschossmieter allein für den Winterdienst verantwortlich gemacht werden können, sofern dies klar im Mietvertrag vereinbart ist. Die sachliche Rechtfertigung liegt in der räumlichen Nähe zum Gehweg. Gleichzeitig zog das Gericht jedoch eine deutliche Grenze bei unpräzisen „Frostklauseln“: Die Pflicht, bei unbestimmtem „starkem Frost“ nachts Wasserleitungen abzusperren und Mitbewohner zu informieren, ist aufgrund mangelnder Bestimmtheit unwirksam.

Für Mieter und Vermieter bedeutet dies, dass vertragliche Sonderpflichten stets eindeutig definiert sein müssen. Während alltägliche Aufgaben wie das Schneeräumen oder das abendliche Abschließen der Haustür als zumutbar eingestuft wurden, dürfen keine vagen Anweisungen ohne konkrete Schwellenwerte – wie etwa genaue Temperaturangaben – erteilt werden. Solche unklaren Regelungen halten einer rechtlichen Prüfung meist nicht stand und befreien die Betroffenen von der jeweiligen Leistungspflicht.

Interessant ist zudem die Feststellung des Gerichts zur Gebäudesicherheit: Eine wirksam vereinbarte Pflicht zum Abschließen der Haustür bleibt im Mietverhältnis auch dann bestehen, wenn Mieter Brandschutzbedenken äußern. Solche öffentlich-rechtlichen Fragen müssen gegebenenfalls direkt mit der zuständigen Bauaufsicht geklärt werden, hebeln aber die zivilrechtliche Vertragspflicht im Innenverhältnis zwischen Mieter und Vermieter nicht automatisch aus.

Sollten Sie Zweifel an der Wirksamkeit einzelner Klauseln in Ihrem Mietvertrag oder der Hausordnung haben, kann eine rechtliche Ersteinschätzung Ihrer Situation die nötige Sicherheit geben, um Haftungsrisiken zu vermeiden.

Erdgeschossmieter müssen Winterdienst leisten, wenn der Vertrag es regelt. Vage Frostschutzklauseln sind jedoch unwirksam. Was Mieter wissen müssen.

01/08/2026

🔖 HAUSTÜR NACHTS ABSCHLIESSEN: PFLICHT ODER LEBENSGEFAHR?

Viele Hausordnungen verlangen, dass die Haustür nachts fest verriegelt wird, um Schutz vor Einbrechern zu bieten. Rechtlich ist diese pauschale Pflicht jedoch häufig unwirksam, wenn die Tür von innen nur mit einem Schlüssel geöffnet werden kann. Gerichte betonen hierbei, dass der Brandschutz und die damit verbundene schlüssellose Fluchtmöglichkeit im Notfall schwerer wiegen als der reine Einbruchschutz.

Für Mieter und Eigentümer bedeutet dies eine wichtige rechtliche Orientierung: Eine Abmahnung wegen Nichtabschließens einer Standardtür ist meist nicht haltbar. Ebenso können Beschlüsse einer Eigentümergemeinschaft (WEG), die das nächtliche Abschließen vorschreiben, angefochten werden, sofern kein Panikschloss verbaut ist, das eine Öffnung von innen jederzeit ohne Hilfsmittel ermöglicht.

Die einzige rechtssichere Lösung für Immobilienverwalter und Eigentümer stellt die Umrüstung auf moderne Schließsysteme dar. Ohne eine solche technische Vorrichtung bleibt das Verlangen nach einer abgeschlossenen Haustür ein Sicherheitsrisiko, das Bewohner nicht ohne Weiteres hinnehmen müssen. Insbesondere bei WEG-Beschlüssen ist zudem auf die strengen Anfechtungsfristen von einem Monat zu achten.

Sollten Sie mit einer Abmahnung konfrontiert sein oder die Wirksamkeit einer Regelung in Ihrer Hausordnung prüfen wollen, empfiehlt sich eine fachgerechte Einordnung Ihres spezifischen Falls. Eine rechtliche Ersteinschätzung kann hierbei Klarheit über Ihre Handlungsoptionen schaffen.

🔖 VAGE INDIZIEN REICHEN NICHT: BUNDESGERICHTSHOF STÄRKT SCHUTZ VOR ÜBERWACHUNGDer Bundesgerichtshof (BGH) hat in einer G...
21/07/2026

🔖 VAGE INDIZIEN REICHEN NICHT: BUNDESGERICHTSHOF STÄRKT SCHUTZ VOR ÜBERWACHUNG

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einer Grundsatzentscheidung klargestellt, dass für eine verdeckte Telekommunikationsüberwachung vage Indizien oder bloße Vermutungen nicht ausreichen. Eine Überwachung darf nur dann angeordnet werden, wenn ein konkreter Tatverdacht vorliegt, der sich auf belastbare Tatsachen stützt – rein spekulative Zusammenhänge, allgemeine Personenraster oder die Verwendung bestimmter Fachbegriffe genügen hierfür nicht.

Diese Entscheidung hat erhebliche Bedeutung für die Ermittlungspraxis und den Schutz der Privatsphäre. Sie stellt sicher, dass Bürger nicht allein aufgrund ihres sozialen Umfelds, politischer Bekanntschaften oder einer ähnlichen Ausdrucksweise ins Visier der Behörden geraten. Ein entscheidender Punkt des Urteils: Nachträglich gefundene Beweise können eine ursprünglich rechtswidrige Überwachungsanordnung nicht rückwirkend rechtfertigen. Es zählt allein der Wissensstand zum Zeitpunkt des richterlichen Beschlusses.

Für Betroffene bedeutet dies, dass Überwachungsmaßnahmen auch nach Abschluss eines Verfahrens gerichtlich auf ihre Rechtmäßigkeit überprüft werden können. Wird die Rechtswidrigkeit festgestellt, kann dies weitreichende Folgen für die Verwertbarkeit der gewonnenen Daten in einem Prozess haben. Der Rechtsstaat zieht hier eine klare Grenze gegen eine uferlose Ausforschung auf Basis dünner Beweislagen.

Sollten Sie den Verdacht haben, unrechtmäßig von Überwachungsmaßnahmen betroffen gewesen zu sein, ist eine detaillierte Prüfung der Ermittlungsakten ratsam. Eine fundierte rechtliche Ersteinschätzung kann in solchen Fällen dabei helfen, die Erfolgsaussichten einer gerichtlichen Überprüfung und mögliche Beweisverwertungsverbote abzuklären.

Politischer Wortschatz und Bekanntschaften genügen für eine TKÜ nicht: Ohne konkrete Tatsachen zum Anordnungszeitpunkt fehlt der Tatverdacht. Rechtswidrigkeit

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