16/11/2022
Am Landgericht endete heute der gegen meinen Mandanten und dessen Bruder wegen einem angeblichen versuchten an einem 88jährigen in
Noch am gestrigen Tag hatte die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Mordes gegen meinen Mandanten eine Strafe von 11 Jahren und 8 Monaten beantragt, gegen den fantastisch von meinem Kollegen verteidigten Bruder gar lebenslange Strafe. Ich hingegen hatte für meinen Mandanten eine Freiheitsstrafe von 7 Jahren wegen massiver gefährlicher Körperverletzung, der Kollege hinsichtlich des Mordvorwurfes einen Freispruch beantragt. Mein Mandant hatte bereits zu Beginn des Verfahrens über mich eingeräumt, das Opfer erheblich verletzt zu haben. Heute fiel nun die Entscheidung des Landgerichts: 7 Jahre und 9 Monate Haft für meinen Mandanten, Freispruch für den Bruder.
Trotz der durchaus hohen Strafe sind wir sehr zufrieden. Das Landgericht ist in seiner Bewertung unserer Argumentation gefolgt und sah die Mordmerkmale nicht als gegeben an. Auch was die Höhe der Straße betrifft hat sich gezeigt, dass mein realistischer Antrag von sieben Jahren sehr nah an der Bewertung des Gerichts gelegen hat. Dies war einer der Fälle in dem sich zeigt, dass gute Verteidigung nicht immer das Ziel hat, einen Freispruch zu erreichen, sondern die Gegebenheiten realistisch zu bewerten und daraus eine realistische Strafe herzuleiten. Bereits in den ersten Gesprächen, unmittelbar nach der Festnahme meines Mandanten, war klar, dass das Verfahren mit einer Strafe wie der heute ausgeurteilten enden würde. Ich bin daher sehr glücklich, dass der bereits zu Beginn des Verfahrens eingeschlagene Kurs durchgezogen wurde und zum Erfolg geführt hat. Ganz im Gegensatz zum Vorgehen der Staatsanwaltschaft, welche krampfhaft am Konstrukt ihrer Anklage festhielt, obwohl nach der Hauptverhandlung offensichtlich war, dass die Tatvorwürfe sich so, wie angeklagt, nicht bewahrheitet hatten.
Mein besonderer Glückwunsch geht daher hier noch einmal an meinen Freund und Kollegen Rüdiger Betz für seine Arbeit und den verdienten Freispruch!