09/09/2026
Die Erbschaftsteuer ist eines der emotionalsten Themen im deutschen Steuerrecht.
Und eine der Debatten, die am seltensten mit Zahlen geführt wird.
Deshalb heute ohne Position aber mit den Argumenten beider Seiten.
Argumente für eine höhere Besteuerung:
→ Vermögen konzentriert sich in Deutschland stark; Erbschaften verstärken diesen Effekt über Generationen
→ Erben ist keine Leistung, anders als Arbeitseinkommen, das voll besteuert wird
→ Große Betriebsvermögen werden durch Verschonungsregelungen teilweise erheblich entlastet
→ Andere Länder besteuern Erbschaften deutlich höher
Argumente gegen eine höhere Besteuerung:
→ Das vererbte Vermögen wurde bereits versteuert, als Einkommen, als Gewinn, als Kapitalertrag
→ Familienunternehmen können durch Erbschaftsteuer in Liquiditätsprobleme geraten, mit Folgen für Arbeitsplätze
→ Immobilienvermögen ist nicht liquide; Steuer kann Verkaufszwang auslösen
→ Vermögensübertragung innerhalb der Familie ist kein Zufluss von außen
Was in der Praxis passiert:
Die meisten Erbfälle in Deutschland bleiben steuerfrei, die Freibeträge greifen.
Steuerlich relevant wird es typischerweise bei größerem Immobilien- oder Betriebsvermögen.
Was ich in der Beratung erlebe:
Menschen unterschätzen die Steuerlast, bis sie den Bescheid sehen.
Und sie überschätzen, wie viel sich noch nach dem Erbfall gestalten lässt.
Wie stehen Sie zu dieser Debatte?
Erbschaftsteuer, gerechte Umverteilung oder Doppelbesteuerung? Diese Frage teilt Menschen.
Ich bin gespannt auf Ihre Argumente.