12/08/2026
Leserbrief vom Fallenjagd-Experten André Westerkamp:
Man kann nur mit tiefster Empörung und Wut den Verlauf des Jagdunfalls, dessen Urteil in dieser Woche gesprochen wurde, entgegnen. Die eingelegte Berufung gegen das Urteil ist es aus Sicht des Angegklagten ein weiterer Klimmzug, die Schuld von sich abzuwenden. Ein Jagdleiter ist für alles, was auf der Jagd passiert verantwortlich, so auch in diesem Fall. Das Fehlverhalten der einzelnen Beteiligten trägt auch der Leiter der Gesellschaftsjagd mit.
Als ehemaliger, langjähriger Ausbilder und Hegeringleiter halte ich das, was dort im Dezember 24 in Harkebrügge geschehen ist, als einen der massivsten Jagdunfälle in den letzten Jahrzehnten. Ein Jagdleiter, der wie im Zeitungsartikel zu lesen war, seine Unschuld beteuert, sich in keinster Weise darüber im Klaren ist, wie hier die Jäger dargestellt werden, ist schlichtweg unfähig. Nach 4 Wochen des Schweigens finden sich 4 Zeugen die die Courage haben, diesen Jagdunfall zu bezeugen. Alle anderen wurden am Tattag so eingenordet, das, so die Aussage von Beteiligten, "bis Ostern 25 sei wohl alles vergessen"!
Sämtliche beigebrachten Regeln eines Jagdablaufs wurden hier von einzelnen Perosonen missachtet. Vorgaben der UVV mit Füßen getreten, ohne sich dessen Handeln bewusst zu werden. Es wurde geschwiegen und getäuscht.
Die angeschossene Person leidet bis heute an den Folgen, eine Entschuldigung der Jäger ist bis heute nur von wenigen Beteiligten der Jagd erfolgt. Der Schütze schweigt und sitzt das Geschehen aus und geht in die weitere Instanz.
Dies ist nicht nur moralisch verwerflich! Die Tat hat sämtliche Möglichkeiten der Verfehlungen aufgezeigt, wenn Menschen mit fehlender Reife ein Jagdschein ausgestellt wird. Ein Entzug des Jagdscheins ist nur gerechtfertigt, die Kosten des Verfahrens, Schmerzensgeld und weitere Auflagen sind noch zu wenig, um diese Tat wieder gut zu machen.
Nur wenige Jäger ziehen wieder mal eine handwerklich, ethisch und moralisch geprägte Jägerschaft in den Dreck. Ein sofortiger Ausschluss aus dem Verein ist wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
André Westerkamp,
26676 Lohe
Der Jagdunfall von Dezember 2024 in Harkebrügge empört bis heute. Ein Leser wirft den Beteiligten Schweigen und Täuschung vor und hält das Urteil für zu milde.