19/05/2021
Mobbing im Jobcenter.
Angelika P. hatte im Jahr 2008 eine Anstellung als Arbeitsvermittlerin in einem Berliner Jobcenter begonnen. Der Vertrag lief befristet erst einmal für ein Jahr. Das Team zeichnete sich durch einen großen Zusammenhalt aus. Teambesprechungen und das wöchentliche gemeinsame Frühstück waren Highlights des Arbeitslebens. Frau P. war glücklich. Auch nach einigen Umstrukturierungen des Teams war sie weiter sehr motiviert bei der Arbeit. Als sie nach zwei Verlängerungen einen unbefristeten Vertrag zugeteilt bekam, konnte es nicht besser sein. Doch dann wechselte die Teamleitung wiederholt und einige Kollegen bekamen keine Verlängerung ihrer befristeten Arbeitsverträge. Schließlich breitete sich ein neuer Ton in den Fluren des Jobcenters aus. Ursprünglich wollte Angelika P. bis zur Rente weiterarbeiten, jetzt wurden ihre Pläne aber durchkreuzt: Sie hatte nichts gegen Fortbildungen einzuwenden, aber die ständigen Belehrungen durch die um viele Jahre jüngere Teamleiterin nahmen zu und vergrätzen ihren Arbeitsalltag. Der Wind im Team drehte sich und auf einmal sah sich Frau P. einer Stimmung ausgesetzt, die an Mobbing grenzte. Ihre gute Arbeitseinstellung, die sie über die Jahre ausgemacht hatte, die von Klienten wie Kollegen bislang gleichermaßen geschätzt worden war, drohte in den Burnout abzugleiten. Ihre Fehltage nahmen zu. Sie wurde krank. Sie überlegte zu kündigen. In dieser Situation wandte sie sich an einen Arbeitsrechtler. Wir telefonierten und trafen uns dann in meiner Kanzlei zu einem Erstgespräch. Nach meinem Einsatz konnten wir eine Versetzung in ein anderes Jobcenter veranlassen. Dort traf sie zufällig auf Kollegen aus ihrer Anfangszeit und jetzt besteht momentan kein Zweifel, dass sie die letzten beiden Jahre bis zum Renteneintritt auch noch gut motiviert ganz nach Plan im Jobcenter verbringen wird.
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