14/04/2024
Es ist zu erwarten, dass sich die Situation weiter verschärft, wenn die Babyboomer in Pension gehen. Das war immer und ist nach wie vor absehbar. Unternommen wird und wurde leider so gut wie gar nichts. Die politische Verantwortung trifft aber nicht nur die jetzige Ministerin. An sich wurde unserer Justiz, die eine der am Besten auf der Welt funktionierende ist, nach und nach der Boden unter den Füßen weggezogen. Schon lange hätten in der Justiz aber auch hinsichtlich unserer medizinischen Versorgung uvm. wichtige Schritte gesetzt werden müssen, die aber immer im politischen Geplänkel der Parteien untergegangen sind. Offenbar wissen viele nicht, was in anderen - auch europäischen Ländern - los ist, wenn man versucht, sein Recht durchzusetzen. Mehrjährige Verfahren sind die Regel nicht die Ausnahme, teils lebenslange Verfahrensdauern und bereits verstorbene Streitparteien keine Seltenheit. Diese Zustände werden wir befürchtungsgemäß auch hier in Österreich haben. Erst dann werden wir alle erkennen und unsere Politiker sich wundern, wie wenig in unserem Staat ohne die Gerichte, die Diplomrechtspfleger und Kanzleimitarbeiter aber auch die Anwälte und Notare geht.
Ich wünsche uns allen, dass das Problem doch noch erkannt und endlich geeignete Maßnahmen ergriffen werden, die diese Berufe wieder attraktivieren und die Möglichkeit schaffen, weiterhin die empathischen, hochqualifizierten und motivierten Menschen, die es in diesen Berufen nun einmal braucht, zu dazu zu bewegen, weiterhin für die Allgemeinheit tätig zu sein.
Die Richter am Landesgericht für Zivilrechtssachen versinken in Arbeit, trotz Sechs-Tage-Wochen ziehen sich Verfahren immer mehr in die Länge. Das führte nun zu einem ungewöhnlichen Schritt.