04/03/2026
Die 10 häufigsten Fehler bei Startup-Gründungen in Österreich
und wie man sie vermeidet:
Viele Startups konzentrieren sich verständlicherweise auf Produkt, Markt und Finanzierung. Die gesellschaftsrechtliche Struktur wird oft erst dann relevant, wenn bereits Investoren einsteigen oder eine Finanzierungsrunde ansteht.
Dann zeigt sich häufig, dass grundlegende Fehler bei der Gründung gemacht wurden.
Hier sind 10 typische Fehler, die in der Praxis immer wieder auftreten.
1. Falsche Gesellschaftsform bei der Gründung
Viele Startups gründen noch immer eine klassische GmbH, obwohl die FlexCo häufig besser geeignet wäre. Gerade bei Mitarbeiterbeteiligungen, Venture-Finanzierungen und Exit-Strukturen kann die FlexCo deutlich flexibler sein.
2. Unklare Gründervereinbarungen
Viele Gründer starten mit einer sehr einfachen Struktur. Probleme entstehen später häufig bei Vesting, Entscheidungsrechten, Verwässerung bei Finanzierungsrunden oder Exit-Situationen.
3. Kein Vesting für Gründer
Ohne Vesting kann ein Gründer früh aussteigen und trotzdem einen großen Anteil behalten. Investoren erwarten heute meist 4 Jahre Vesting mit 1 Jahr Cliff.
4. Mitarbeiterbeteiligung nicht vorbereitet
Startups konkurrieren um Talente. Ohne Beteiligungsprogramme wird es schwierig, Top-Mitarbeiter zu gewinnen. Die FlexCo ermöglicht Unternehmenswert-Anteile (UWA), die speziell für Mitarbeiterbeteiligungen geschaffen wurden.
5. Cap Table zu früh zu kompliziert
Zu viele kleine Beteiligungen am Anfang können spätere Finanzierungsrunden erschweren. Typische Probleme sind viele Kleininvestoren oder unklare Verwässerungsmechanismen.
6. Investorenrechte nicht sauber geregelt
Konflikte entstehen häufig bei Liquidation Preference, Drag-Along/Tag-Along, Anti-Dilution oder Informationsrechten.
7. Fehlende Vorbereitung auf Finanzierungsrunden
Professionelle Investoren erwarten einen klaren Cap Table, saubere Gesellschaftsstruktur und investorenfreundliche Vertragswerke.
8. IP nicht korrekt übertragen
Ein häufiger Fehler ist, dass geistiges Eigentum nicht bei der Gesellschaft liegt, sondern bei einzelnen Gründern oder Entwicklern. Das kann bei Due Diligence oder Exit große Probleme verursachen.
9. Steuerliche Struktur wird ignoriert
Gerade bei wachstumsorientierten Startups sollte früh über Holdingstrukturen, Beteiligungsstrukturen und mögliche Exit-Szenarien nachgedacht werden.
10. Keine Exit-Strategie
Auch wenn der Exit Jahre entfernt scheint: Investoren denken vom Exit zurück zur Struktur. Eine saubere Struktur erleichtert VC-Finanzierungen und spätere Verkäufe erheblich.
Fazit
Eine gute rechtliche Struktur ist für Startups kein Selbstzweck. Sie schafft die Grundlage für Finanzierungsrunden, Mitarbeiterbeteiligungen, Investorenstrukturen und Exit-Transaktionen. Gerade die FlexCo bietet hier neue Möglichkeiten für wachstumsorientierte Unternehmen.
Kontakt
Arno F. Likar
Rechtsanwalt | M&A | Venture | Unternehmensstruktur
Beratung von Startups, Investoren und Unternehmern bei Gründung, Finanzierungsrunden und Unternehmensverkäufen.